Münchner Ansichten

Prinzessin Ude

Prominenz im Schaufenster: In einem Internetcafé in der Maxvorstadt gibt es zwischen verstaubten Computern große Kunst zu entdecken.
Prinzessin Ude

Lady Di und Christian Ude - dieses wundersame Paar lächelt dem Passanten - ein wenig lieblos in der Ecke platziert - im Vorübergehen entgegen. Wobei, um genau zu sein: Eigentlich lächelt nur die Prinzessin, die Miene des Münchner Stadtoberhaupts wirkt eher ungewohnt staatstragend ernst.

Doch schon nach kurzem Verweilen wird der Betrachter stutzig. Ist die hier Porträtierte tatsächlich Prinzessin Diana? Und handelt es sich bei dem halb verdeckten, in einem etwas aus der Mode geratenen gelben Jacket gekleideten Brillenträger mit Schnauz tatsächlich um Christian Ude?

So genau lässt sich das beim zweiten Hinsehen gar nicht mehr sagen. Und warum stehen die beiden im Fenster eines gemütlich wirkenden Internetcafés in der Schellingstraße herum?

"Auftragsarbeiten eines Künstlers", versichert der Mann an der Kasse lächelnd. Bereits für wenige hundert Euro seien individuell angefertigte Porträts zu haben, einfach ein Foto als Vorlage mitbringen.

Kopfkratzend fragt man sich da aber schon, wer sich für zweihundert Euro ein Porträt von Herrn Ude anfertigen lässt? Etwa er selbst? Oder ein treuer Verwaltungsangestellter zur Zierde der Amtsstube? Abgeholt hat er es jedenfalls noch nicht. Aber vielleicht ist das ja auch gar nicht der Ude, wer weiß.

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