Der biometrische Videoabend
Sie schießen wie Pilze aus dem Boden: Auch in München gibt es immer mehr dieser praktischen DVD-Automaten, an denen man sich 24 Stunden am Tag mit den neuesten Hollywood-Blockbustern versorgen kann. Einfach reinspaziert in die gute Stube, sich schnell noch per Fingerabdruck identifizieren und schon hält man den begehrten "Aktschn-Movie" in den Händen.
Aber Moment mal, für eine lausige DVD soll ich mich bei irgendeinem dahergelaufenen Videofuzzi mit Fingerabdruck registrieren lassen? Die Mehrzahl der High-Tech begeisterten Jugendlichen scheint damit wohl kein Problem zu haben, aber vielleicht sollte man sich bei einem derart sorglosen Umgang mit biometrischen Daten dann doch ein paar Gedanken machen.
Mich wundert zum Beispiel, warum für das Ausleihen einer DVD mit einem Warenwert von ein paar Euro mein Fingerabdruck nötig sein soll, meine Bank aber eine Magnetkarte mit vierstelliger Zahlenkombination als vollkommen ausreichend betrachtet. Oder brauchen Videotheken mittlerweile höhere Sicherheitsstandards als Geldinstitute?
Vielleicht legen die Leute aber auch gerade deshalb so gern ihren Daumen auf den Sensor, weil man sich dann so ein bisschen wie James Bond fühlen darf: "007, Sie wurden identifiziert, hier ist der neue Film mit Meg Ryan."
"Aber wer will schon was mit den Fingerabdrücken von ein paar Filmfreaks was anfangen?", könnte man sich fragen. Weiß mans? Das Ausleihen von Videos mittels biometrischer Merkmale halte ich jedenfalls für absolut überzogen und bedenklich, eigentlich wäre das ein klarer Favorit für den nächsten Big-Brother-Award. Was kommt denn bitte als nächstes? Ins Kino nur noch mit Gentest?
Über Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie am besten einen Datenschutzbeauftragten oder den Videothekar Ihres Vertrauens. (Oder man lese mal wieder "Schöne Neue Welt" von Aldous Huxley).
Nein, hier ist nicht der
Als hätte man mit E-Mail- und Kommentar-Spam nicht eh schon alle Hände voll zu tun, in letzter Zeit scheint sich jedenfalls eine neue Plage zu verbreiten: Exzessives Telefon- Spamming. Früher konnte man das vielleicht noch als Marketing- Maßnahme durchgehen lassen, aber die steigende Anzahl nervtötender Anrufe, die ich in den letzten Wochen erhalten habe (z.T. mehrere am Tag) dürfte den Ausdruck Spam langsam wirklich rechtfertigen.
Bei niemandem regt sich mehr etwas, wenn ihn vom BILD-Zeitungsständer das nackerte Seite-1-Mädchen anblickt. Keiner murrt mehr, wenn ihn der Sitznachbar in der U-Bahn beim Versuch, einen Blick auf das Liebesleben von C-Promi Sarah Catterpohl auf Seite 8 zu erhaschen, anrempelt. Doch nun hat BILD eine neue Serie erfunden, die nun wirklich zu weit geht: "Die aufregende Welt der 16-jährigen Münchner Mädchen".
Die Frage, ob das Glas nun halb voll oder halb leer ist, gehört zu den Klassikern eines jeden Motivationsseminars und soll zum Vorschein bringen, ob es sich beim Interpreten des Füllstands um einen Optimisten oder Pessimisten handelt. Für die erfolgsverwöhnte CSU war das Glas bzw. der Bierkrug am gestrigen Wahlabend definitiv halb leer. Parteichef Stoiber versuchte das Ergebnis (nach kurzer Denkpause und obligatorischem "äh") dennoch als "überdurchschnittlich" zu verkaufen. Trotzdem kommt das vorläufige amtliche Endergebnis von 49,3 % der Stimmen in Bayern einem politischen Erdbeben gleich. Warum aber wurde der Christlich Sozialen Union von den Wählerinnen und Wählern gestern so schlecht eingeschenkt?