Schmid und Reiter wollen Linux loswerden
Im Sommer 2004 entschied der Münchner Stadtrat, als erste größere Stadt der Welt die Verwaltung auf Linux umzustellen. Microsoft hatte das Nachsehen.
Nun im Sommer 2014 wollen die Bürgermeister Dieter Reiter und Josef Schmid eine Rückkehr zu Microsoft in die Wege leiten. Zwei Jahre bevor Microsoft die neue Deutschland-Zentrale in Schwabing beziehen will.
Mehr als 10.000 Rechner müssten umgestellt werden, der Umbau wäre also aufwendig. Doch er ist auch fragwürdig.
Die beiden Bürgermeister wollen den Wechsel auf Microsoft offenbar im Alleingang durchziehen. Reiter jammert, dass er wochenlang nach seinem Amtsantritt auf sein Diensthandy warten musste und schiebt Linux die Schuld zu. Schmid wiederum bemängelt, ihm stehe mit Linux angeblich kein einheitliches Programm für Kontakte und E-Mails, Termine zur Verfügung.
Der Stadtrat dagegen hat gar nicht vor zu wechseln, gegenüber heise.de lehnten zahlreiche Politiker das Ansinnen der Stadtspitze ab. Otto Seidl, ein IT-Experte aus der CSU-Fraktion, bezeichnete das Linux-Bashing seines Parteikollegen Schmid gar als "sachfremde Einzelmeinung eines Juristen".