Während im Olympiastadion Herbert Grönemeyer am Samstag Abend vermutlich von Dingen wie Männern, Alkohol und Flugzeugen im Bauch sang, setzte Bernard V. Rusted mit seiner Band The Tibby Vaughan im kleinen Babalu einen weiteren Höhepunkt in der noch relativ jungen Band-Karriere.
Im Vorprogramm waren St. Vincent & The Grenadines aus Augsburg zu sehen, die neben einer sehr konzentrierten Performance auch durch pointiertes Songwriting überzeugen konnten (zwei ihrer Lieder, die Lust auf mehr machen, kann man sich auf MySpace anhören).
Als nach einer kurzen Pause The Tibby Vaughan loslegten, hob sich der Altersdurchschnitt auf der Bühne zwar nicht gerade unerheblich, trotzdem merkte man von Anfang an, mit wieviel Spaß und Leidenschaft diese Band, die es gerade einmal seit ein paar Monaten gibt, bei der Sache ist.
Wie schon bei ihrem Kneipen-Konzert im Für Freunde vor einigen Wochen stellten die Münchner Newcomer ihre Live-Qualitäten unter Beweis. Ein rauer, aufs wesentliche reduzierter Sound unterstreicht die persönlichen Texte von Sänger Bernie Rusted, der stets in direktem Kontakt zum Publikum bleibt, wenn er über "Sex and Depression", "Trouble with Cinderella" oder über bemerkenswerte Kneipen-Erlebnisse im Glockenbachviertel singt.
Nicht zuletzt wegen ihrer authentischen Bühnenpräsenz sind The Tibby Vaughan ein erfrischender Gegenpol zu vielen Bands im Indie-Sektor, deren Herkunft aus der Retorte manchmal fast schon ein bisschen zu offensichtlich ist. Wir freuen uns jedenfalls schon aufs nächste Konzert, egal ob im Club oder auch mal wieder in der Kneipe.